Erhaltung und Vermehrung von Wildstauden

Vermehrung von Wildstauden

Biologische Arten passen sich an die herrschenden Umweltbedingungen an. Über genetische Veränderungen und Selektion führte dieser Prozess zur Ausbildung regional angepasster, gebietseigener Pflanzen. Durch die Verwendung gebietsfremder Populationen bei Pflanzungen wird die genetische Vielfalt der heimischen Flora jedoch in ihren Eigenarten verfälscht.

Ziele:

  • Beitrag zur Erhaltung der biologischen und innerartlichen Vielfalt heimischer Pflanzen.
  • Aufbau der Vermehrung und Produktion von Saatgut heimischer Wildstauden in der eigenen Gärtnerei - Artenspektrum von 60 bis 70 Arten.

Maßnahmen:

  • Kartierung geeigneter Erntebestände im Freiland
  • Aufbau einer geeigneten Datenbank
  • Gewinnung von Saatgut durch händische Beerntung im Freiland
  • Aufbereitung des Saatgutes, Aussaat und Anzucht der Pflanzen
  • Anlegen von Samenplantagen für Mutterpflanzen

Mit dem erarbeiteten Wissen im Bereich der Wildstaudenanzucht besteht neben der Vermehrung von Wildstauden für den Verkauf künftig auch die Möglichkeit der Durchführung von Artenschutzprojekten zur Erhaltung gefährdeter Arten (Beispiele: Böhmischer Enzian, Sumpfgladiole).
In der Gärtnerei des Institutes Hartheim in Alkoven kann durch das Projekt für Menschen mit Beeinträchtigungen eine Beschäftigung angeboten werden. Mit der Umsetzung des Projektes wurde auch dem Übereinkommen über die genetische Vielfalt von Rio de Janeiro aus dem Jahr 1992 Rechnung getragen. Österreich verpflichtete sich dabei, die nationale biologische Vielfalt der Lebensräume, Arten und innerartlichen Vielfalt zu erhalten. Im Bereich der Wildstauden war regionales Material noch nicht verfügbar. Das Projekt schloss diese Lücke.